james choice orchestra "live at musik triennale"

Annette Maye (clarinet, bass clarinet), Frank Gratkowski (alto saxophone, contra bass clarinet, composition), Matthias Schubert (tenor saxophone, composition), Norbert Stein (tenor saxophone, composition), Niels Klein (tenor saxophone, bass clarinet), Michael Heupel (flutes), Benjamin Weidekamp (clarinet), Matthias Mainz (trumpet), Udo Moll (trumpet), Nicolao Valiensi (trombone), Carl Ludwig Hübsch (tuba, composition), Melvyn Poore (tuba), Isis Krüger (voice), Barbara Schachtner (voice), Paolo Alvares (piano), Scott Fields (guitar), Tom Lorenz (vibraphone), Thomas Lehn (synthesizer), Joe Hertenstein (drums), Radek Stawarz (violin), Sue Schlotte (cello), Sebastian Gramss (double bass), Dieter Manderscheid (double bass)

1 Autoportrait (Matthias Schubert) (16:33)
2 - 3 Pyrsos (Frank Gratkowski) (21:48)
4 - 5 Six Chapters in a Rambling Life (Norbert Stein) (16:24)
6 - 9 Trivial Tribute to L.B. (Carl Ludwig Hübsch) (21:26)

Compositions by Frank Gratkowski, Carl Ludwig Hübsch, Matthias Schubert, Norbert Stein (all GEMA)
Published by Alissa Publishing / PRS
Produced by Frank Gratkowski, Carl Ludwig Hübsch, Matthias Schubert, Norbert Stein

Leo Records 2008, LR 513




"Pyrsos" ist mein erstes größeres Werk für Orchester, in dem ich durch Wahrscheinlichkeitsberechnungen generierte Strukturen verwende. Der Titel "Pyrsos" ist griechisch und steht für das Sonnenfeuer. Das Stück besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil beginnt mit einer Vorstellung der Harmonien des zweiten Teils. Anschließend wird er eher offen. Der Dirigent (in diesem Falle ich) gibt Einsätze für musikalisches Verhalten, Spiele und ausgeschriebene Teile für kleine Gruppen. Der Übergang zum zweiten Teil beginnt mit einem langen, abfallenden Akkord der auf dem tiefsten "Es" eines jeden Instrumentes endet. Das "Es" wurde gewählt, weil es die Hauptnote (diejenige mit der höchsten Wahrscheinlichkeit) dieses Teils ist. Der zweite Teil ist fast komplett ausnotiert. Das Orchester ist hier in drei Gruppen geteilt, einmal Streicher plus Klarinetten und Flöte, dann Blech und Saxophone, und schließlich Gitarre, Vibraphon, Klavier, Percussion, Synthesizer. Zu Beginn gehört die Sängerin in Gruppe 3 und die gesprochene Stimme in Gruppe 1. Die Tonhöhen sind aus einer Sechs-Ton-Reihe mit sechs Permutationen abgeleitet. Das Tonmaterial jeder Gruppe ist eine andere Transposition dieses Tonraumes. Die Dichte der Struktur steigt schrittweise an. Zusätzlich habe ich verschiedene Texturen wie Parallelbewegungen eingebaut, und als Homage an Luciano Berio drei Zitate aus seinen "Sequenzen". Berio war für mich der Einstieg in zeitgenössische klassiche Musik und hat bis heute starken Einfluss auf mein Werk.
Frank Gratkowski

 


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